Myxomatose und RHD (Chinaseuche) sind gefürchtete Viruskrankheiten des Kaninchens. Diese Seuchen werden immer wieder von Wildkaninchen auf Hauskaninchen verschleppt. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken, aber auch direkt von Tier zu Tier oder mit verseuchten Gegenständen.
Der Ansteckungsgefahr ist nur durch Vorbeugung zu entgegnen. Wichtigste Maßnahme ist die Schutzimpfung, die gegen beide Infektionen möglich ist. Die regelmäßige Impfung der Kaninchen ist ein Gebot verantwortungsvoller Tierhaltung.

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Kokzidiose ist die weitverbreiteste Krankheit überhaupt. Sie wird durch Einzeller im Darm oder in der Leber hervorgerufen. Vorbeugend hilft hier u.A. absolute Sauberkeit, gründliches Reinigen der Näpfe und Trinkflaschen.

Myxomatose
Die Myxomatose oder Kaninchenpest wird durch das Myxom-Virus verursacht, das zu den Pockenviren gehört. Die Hauptüberträger vom Wild- auf das Hauskaninchen sind Stechmücken. Beim Blutsaugen nehmen sie das Virus bei einem Tier auf und übertragen es auf andere. Deshalb hängt das Krankheitsgeschehen vom jahreszeitlichen Auftreten der Insekten ab. Das Infektionsrisiko ist in den warmen Monaten besonders hoch.
Ähnlich wie bei Stechmücken erfolgt die Verbreitung auch durch den Kaninchenfloh. Er springt von Tier zu Tier und findet nicht nur ideale Bedingungen im Wildkaninchenbau, sondern macht auch vor dem Maschendraht von Außengehegen nicht halt. Selbstverständlich stecken sich Hauskaninchen auch direkt bei ihren wildlebenden Artgenossen durch infektiöses Nasen- und Augensekret an. Weiterhin ist noch die indirekte Übertragung von Bedeutung z. B. durch verseuchtes Grünfutter und Schuhwerk.
Eine Woche nach Ansteckung treten die typischen Symptome der Myxomatose auf. Dies sind schwere Entzündungen mit Schwellungen und schleimig-eitrigen Absonderungen im Augen-Nasen-Lippen- und After-Genital-Bereich. Geschwulstartige, teigige bis derbe Hautverdickungen treten in der gesamten Kopf- region auf, besonders am Ohrgrund und an den Ohrmuscheln.
Der ganze Körper kann mit Hautknoten übersät sein. Bei schwerem Verlauf sterben die Tiere nach ein- bis zweiwöchigem Siechtum an völliger Abmagerung, Erschöpfung oder Lungenentzündung.

RHD (China-Seuche)
1984 kamen erste Berichte aus China über eine vorher unbekannte Kaninchenseuche: die hämorrhagische Krankheit, auch als Rabbit Haemorrhagic Disease bezeichnet (RHD). Als Erregerreservoir - es handelt sich um ein so genanntes Calici-Virus - kommen unauffällig erkrankte oder wieder genesene Wild- und Hauskaninchen in Betracht. Die Möglichkeiten der Übertragung durch Stechfliegen und Flöhe, Belecken und Beschnuppern sind praktisch gleich wie bei der Myxomatose. Die indirekte Übertragung mit Grünfutter, Einstreu, Haaren und Kot ist besonders bedeutsam, weil der Erreger tage- bis wochenlang ansteckungsfähig bleibt.
An RHD erkranken nur Kaninchen, die über 2 Monate alt sind. Zwei bis drei Tage nach der Ansteckung kommt es zu Symptomen unterschiedlicher Ausprägung und Schwere. Die Infektion kann bereits nach 1/2 bis 1 Tag zum plötzlichen Tod führen, ohne dass vorher besondere Krankheitsanzeichen aufgetreten sind. Vielfach sterben die Tiere innerhalb von 3 Tagen, sind vorher stark benommen, bluten schaumig aus der Nase, biegen den Kopf zurück und zeigen zwanghafte Kreisbewegungen. Es sind auch chronische, wenig auffällige Erkrankungen bekannt. Lediglich Aktivität und Futteraufnahme lassen vorübergehend nach. Manchmal wird auch hechelnde Atmung beobachtet. Nach 2 bis 3 Tagen gesunden diese Tiere wieder, können den Erreger aber nach wie vor ausscheiden.

Veröffentlichung des Berichts mit freundlicher Genehmigung der Fa. Presse-Punkt.de

Kokzidiose

Kokzidien sind Einzeller, die in den Zellen der Darmschleimhaut (Darmkokzidiose) oder der Gallengänge (Leberkokzidiose) schmarotzen. Sie entwickeln sich in einem mehrphasigen, komplizierten Zyklus, an dessen Ende so genannte Oocysten mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese reifen innerhalb von ein bis sechs Tagen in der Einstreu und werden dann als infektionstüchtige Stadien von den Tieren aufgenommen. Viele Kaninchen sind mit den Erregern der Darmkokzidiose latent infiziert, das heißt sie scheiden die Erreger in großen Mengen aus, ohne selbst zu erkranken.

Kommt es jedoch zu einer Belastung der Tiere durch Infektionen, Transportstress oder Fütterungsfehler, bricht die Erkrankung aus.

Bei gering gradigem Befall verläuft die Erkrankung symptomlos. Sind aber ausgedehnte Darmschleimhautbezirke durch die Kokzidienbesiedlung entzündet, kann die Nahrung nicht mehr richtig verdaut und ausgenutzt werden. Die erkrankten Tiere verlieren an Gewicht und leiden unter schleimigem bis blutigem Durchfall. Ist die Darmflora geschädigt, können sich auch bakterielle Infektionen ausbreiten, die mit starker Gasbildung im Darm einhergehen. Jungtiere erkranken am schwersten. Unter ihnen kann die Sterblichkeitsrate bis 100 Prozent betragen. Daher ist ein sofortiger Gang zum Tierarzt bei Durchfall notwendig! Durch mikroskopische Kotuntersuchung weist der Tierarzt die Erkrankung nach. Zur Therapie werden Sulfonamidpräparate eingesetzt.

Der Infektionskreislauf muss durch gründliche Käfighygiene und Desinfektion unterbrochen werden. Die Einstreu muss täglich ausgewechselt werden. Eine gründliche Käfigdesinfektion mit kochendem Wasser tötet Oocysten zuverlässig ab.

Die in die Umwelt abgegebenen Oocysten sind sehr widerstandsfähig, so dass die Einschleppung auch über Frischfutter und mangelhaft gereinigte Futternäpfe und Käfige erfolgt. Größtmögliche Sauberkeit ist zur Vorbeugung besonders wichtig! Grünfutter und Heu sollten grundsätzlich nicht mit der Einstreu in Berührung kommen und über Futterraufen angeboten werden.

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